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Akupunktur bei Tinnitus

Tinnitus ist ein weit verbreitetes Symptom. Aus Sicht der chinesischen Medizin kann ein Krankhaftes zu viel an Energie oder auch eine energetische Leere urs√§chlich vorliegen. √Ąrzte f√ľr chinesische Medizin f√ľhren eine umfangreiche Befragung, Zungen- und Pulsdiagnostik durch und ordnen danach die Symptome einem Syndrom zu. Dann kann die Symptomatik mit Nadel- oder Laserakupunkturen behandelt werden.

Tinnitus ist in der Bev√∂lkerung ein zunehmendes Problem.¬†Ohrger√§usche hat fast jeder schon mal erlebt. Es pfeift, piepst, brummt oder summt f√ľr einen Augenblick im Ohr. Das ist ganz normal. Krankhaft wird es erst, wenn die Ohrger√§usche dauerhaft oder immer wieder √ľber einen l√§ngeren Zeitraum wahrgenommen werden. In der Regel entwickelt sich ein Tinnitus zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. Er kann zwar in jedem Alter auftreten, die Wahrscheinlichkeit w√§chst aber bei steigendem Alter.¬†Die Anzahl junger Patienten steigt seit einigen Jahren aufgrund von l√§rmbelastenden Freizeitaktivit√§ten. Die deutsche Tinnitus-Liga gibt an, dass in Deutschland ca. 3 Millionen Erwachsene einen chronischen Tinnitus haben (d.h. Tinnitus l√§nger als 3 Monate). Die Beeintr√§chtigung der Patienten durch den Tinnitus ist sehr unterschiedlich und h√§ngt mit der Auspr√§gung zusammen.

Es lohnt sich, mit diesen Beschwerden einen Arzt f√ľr chinesische Medizin aufzusuchen. Nach einer gr√ľndlichen Erfragung der aktuellen Beschwerden,¬†der Vorerkrankungen, der Familienvorgeschichte und des Zustandes aller Organsysteme und Ern√§hrungs- und Lebensgewohnheiten erfolgt eine Zungen- und Pulsdiagnostik. Danach wird eine Diagnose aus Sicht der chinesischen Medizin erstellt.¬†Es werden F√ľlle- und Leere-Syndrome unterschieden. Bei F√ľlle-Syndromen haben die Patienten ein krankhaftes Zuviel an Energie, bei Leere-Syndromen sind die Patienten in der Regel ersch√∂pft und schwach. √Ąrzte f√ľr chinesische Medizin f√ľhlen diesen Unterschied im Puls.¬†Bei F√ľlle-Syndromen findet sich in der Regel ein akut einsetzendes lautes Ohrger√§usch, bei Leere-Syndromen ist das Ger√§usch in der Regel leise und schwach und langsam beginnend.

Es werden drei verschiedene F√ľlle- und vier verschiedene Leere-Syndrome unterschieden:

F√ľlle-Syndrome

1.) Leber-Qi (Lebensenergie) Stagnation 

Bei diesem Syndrom findet sich in der Regel ein mildes, wechselhaftes Ohrger√§usch. Durch Stress verschlimmert es sich, durch Ruhe wird es besser. Die H√∂rf√§higkeit wird wie blockiert wahrgenommen.¬†Als Ursache liegt hier emotionaler Stress und zwar in erster Linie Wut und √Ąrger vor. H√§ufig sind auch unterdr√ľckte Gef√ľhle Ausl√∂ser dieser Problematik. Begleitsymptome k√∂nnen thorakales V√∂lle- oder Engegef√ľhl, Z√§hneknirschen, Seufzen, Kopfschmerzen, kalte H√§nde und F√ľ√üe, Schlafst√∂rungen, Reizbarkeit und Depression sein.

2.) loderndes Leber- und Gallenblasenfeuer

Ein pl√∂tzlich einsetzendes lautes und pfeifendes Ger√§usch spricht f√ľr dieses Syndrom. Druck auf das Au√üenohr bessert es nicht. Das H√∂rverm√∂gen ist herabgesetzt. Vielleicht kommt es auch zu Ohrenschmerzen oder Absonderung von Ohrenschmalz.¬†Urs√§chlich findet sich Stress im emotionalen Bereich, L√§rm, Hitze erzeugende Nahrung (zum Beispiel zu viel Scharfes, zu viel Kaffee oder Schwarztee, zu viel Zwiebeln oder Knoblauch), zu viel Alkohol.¬†Begleitsymptome k√∂nnen Kopfschmerzen, Unruhezust√§nde, Schwindel, ein bitterer Mundgeschmack und Gesichtsr√∂tung sein.

3.) Schleim-Feuer lodert aufwärts

Bei diesem Syndrom f√ľhrt in der Regel eine fettreiche und unregelm√§√üige Ern√§hrung zu Schleimbildung. Der Tinnitus wird wie Grillengezirpe wahrgenommen. Die H√∂rf√§higkeit ist reduziert bis hin zur Taubheit. Das Ohr kann sich blockiert anf√ľhlen. Es kann zu Ohrenschmerzen und eitrigen Absonderungen kommen. Begleitsymptome¬† k√∂nnen Schwindel, Benommenheit und thorakales V√∂llegef√ľhl sein.

Leere-Syndrome

1.) Nieren-Jing-Mangel

Dieses Syndrom findet sich bei √§lteren Patienten oder Patienten mit chronischen Krankheiten. Das H√∂rverm√∂gen ist reduziert. Das Ohrger√§usch schleicht sich allm√§hlich ein. Es ist anfallsartig und √§hnelt Wasserrauschen. Es ist tags√ľber eher besser, nachts eher schlechter. Es bessert sich durch Druck auf das Au√üenohr. Begleitprobleme k√∂nnen Vergesslichkeit, leichter Schwindel, Leere im Kopf sowie Schw√§che und Schmerzen in der Lendenwirbels√§ule oder Knieregion sein.

2.) Disharmonie von Niere und Herz

Der Tinnitus entspricht in der Qualität dem vom Nieren-Jing-Mangel. Ursächlich sind bei diesem Muster ebenfalls chronische Krankheiten oder Überanstrengung. Begleitsymptome sind häufig wie beim Nieren-Jing-Mangel. Zusätzlich finden sich bei diesen Patienten Herzstolpern, Schlaf- und Rastlosigkeit.

3.) Milz-Qi/ -Yang-Mangel (Yang=heiße Energien) (mit Schleim-Feuchtigkeit)

Ein langsamer Beginn und ein tiefer Ton sprechen f√ľr dieses Krankheitsbild. Der Ton ist wechselnd und mild bei gutem H√∂rverm√∂gen. M√ľdigkeit, Bl√§sse und Appetitverlust begleiten die Symptomatik. Zu diesem Syndrom kommt es h√§ufig nach vielen Erk√§ltungskrankheiten, die mit Antibiosen behandelt wurden. Auch chronische Erkrankungen, √úberanstrengung und Di√§t k√∂nnen Ausl√∂ser sein.

4.) Herz-Blut-Mangel / Qi- und Blutmangel

Chronische Erkrankungen und Blutverlust k√∂nnen zu diesem Tinnitus-Syndrom f√ľhren. Der Tinnitus wird hier in der Regel von Herzstolpern, Schlaflosigkeit und Bl√§sse begleitet. Bei normalem H√∂rverm√∂gen schleicht sich langsam und wechselhaft ein tiefer Ton als Ohrger√§usch ein.

Akupunktur√§rzte w√§hlen Akupunkturpunkte in unmittelbarer N√§he des Ohres und auch am ganzen K√∂rper. Die ohrnahen Punkte dienen der Regulation der Ohrenergie. Die restlichen Punkte werden entsprechend der oben beschriebenen Syndrome ausgew√§hlt und verbessern den Gesamtzustand.¬†Die Akupunktur kann als Nadel- oder als Laserakupunktur erfolgen und sollte anfangs ca. 2 bis 3mal die Woche,¬† danach w√∂chentlich und sp√§ter in gr√∂√üeren Abst√§nden durchgef√ľhrt werden.

Erg√§nzend werden neben den √ľblichen schulmedizinischen Ma√ünahmen chinesische Kr√§uter gegeben. Eine Ern√§hrungsberatung aus Sicht der chinesischen Medizin kann ebenfalls hilfreich sein.

Kontaktdaten

Dr. med. Nicola Winckler-Schumann
Jakob-Kaiser-Straße 11
50858 Köln

Telefon 0221 ‚Äď 29 49 43 14
Telefax 0221 ‚Äď 29 49 43 21

Praxisseite: chinesische-medizin-koeln.de

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